Renate U. Schürmeyer
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„immer wieder gleich und doch anders“ -
„immer wieder gleich und doch anders“ -
„immer wieder gleich und doch anders“ -
“Statt roter Rosen“
GEDANKEN
Bis 2015 beschäftigte ich mich mit der deutschen Teilungsgeschichte. In verschiedenen Projekten und Installationen gab ich den subjektiven Erinnerungen betroffener Menschen Raum. Abwehr, Distanz und Lähmung fanden in betonierter Kleidung 2009 Ausdruck, Bilder für die Unbeweglichkeit, die Enge, die Erstarrung der Menschen auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze. 2012 recherchierte ich einige Monate für die Ausstellung "Grün fehlt" in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Rostock. Der SCHUTZRAUM ERINNERN, 2015 in Kooperation mit dem GRENZHUS Schlagsdorf war ein Angebot, dem kollektiven Gedächtnis für die noch zu erzählenden Geschichten ein Bild zu geben.
Seit etwa 2015 entstehen Werkgruppen, die auf aktuelle Themen wie Grenzen, Flucht, Ressourcen Bezug nehmen. Ständige Wiederholungen und ihre damit verbundenen Veränderungen kennzeichnen meine Arbeitsweise. Meist verwende ich Altpapiere, Blechdosen, Aluschälchen. Gleichzeitig werden immer Fragen zur jüngeren deutschen Geschichte wie in der Werkgruppe dosiert_konserviert gestellt. Diese Arbeit ist beispielsweise den sogenannten „Gastarbeiterinnen“, die Anfang der 60-iger Jahre für den wirtschaftlichen Aufschwung nach Westdeutschland kamen und oft schlecht bezahlte Fließbandarbeit verrichteten, gewidmet. Von zu Hause brachten sie ihre „Muster“, die sich auf Tapeten, Stoffen oder Kacheln zeigten, mit. Für die Arbeit verwendete ich Deckel von Tierfutterschälchen, als Metapher einer moderne Massenware, zeichnete darauf Ornamente, vernähte und fügte sie zu einem Bild zusammen.
Wie gehen wir als Gesellschaft mit menschlicher Arbeitskraft und begrenzten Ressourcen um? Was ist noch ethisch vertretbar? Wann sind die Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums erreicht? Auch heute arbeiten gut ausgebildete Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen zu uns kommen, teilweise unter schlechten bis prekären Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig steht uns in Deutschland und Europa nahezu grenzenlos jede Möglichkeit offen, die Freiheiten des Konsums zu genießen. Wir kaufen für unsere geliebten Haustiere ganz selbstverständlich Futter in Aluschälchen oder Dosen, die lediglich nur einmal verwendet und anschließend entsorgt werden. An den ständig wachsenden Müllbergen drohen wir zu ersticken. Begrenzte Rohstoffe werden ganz selbstverständlich verschwendet und die Kriege um diese Rohstoffe, um Energie haben längst begonnen. Selbst Sauerstoff in Dosen scheint in Smog belasteten Städten schon Realität geworden zu sein. Was kann unsere Gesellschaft aushalten? Geraten unsere Demokratien durch dieses egoistische Verhalten an ihre Grenzen?
Wasserflächen
Siebdruck auf Acryl, Edelstahl, Durchmesser 72 cm, 2004
Fünf "Wasserflächen" wurden im modernisierten Tagungs- und Konferenzraum der Berufsbildungsstätte Travemünde installiert. Bei den "Wasserflächen" handelt es sich um Siebdrucke auf transparentem Acrylglas unterlegt mit Edelstahlronden im Durchmesser von 72 cm.
"Damit hat die Künstlerin die in weiteren Bereichen durch Kreisformen geprägte Architektur des Hauses aufgegriffen", so Sabine Paustian, Jurymitglied und Architektin der Handwerkskammer Lübeck. Thomas Baehr, ebenfalls Jurymitglied und Leiter der Berufsbildungsstätte, ergänzt: "„Entscheidend für uns war auch, dass die Wasserflächen einen unmittelbaren Bezug zum Arbeitsbereich der Bootsbauer haben". Der modernisierte Konferenzraum gleiche nun einem Schiffsraum, die "Wasserflächen" werden zu Bullaugen, die den Blick ins offene Wasser gleiten lassen.
aus der Presseinformation der Handwerkskammer Lübeck, 2004
Vita
1980 - 84 Studium an der Hochschule für Künste im Sozialen (Ottersberg), Diplom
Stipendien und Preise:
2024 Kunstpreis der Nordkirche
2021 Stipendium des Bundesprogramms Neustart Kultur
2019 Arbeitsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
2013 "Artists in Parish" zum 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg
2012 Aufenthaltsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Schleswig-Holstein Haus, Rostock
2011 Stipendium Virginia Center for Creativ Arts, USA
2010 Arbeitsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
2002 Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein in Lübeck
Projekte:
2017 bis 2024 DAS ECK, ein offener Kunstraum für Grevesmühlen
2016 HEIMAT FINDEN - ein künstlerischer Garten
auf dem Bechelsdorfer Schulzenhof in Schönberg/ Mecklenburg
2015 SCHUTZRAUM ERINNERN in Kooperation mit dem Grenzhus Schlagsdorf und der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup
Werke in Sammlungen, Kunst im öffentlichen Raum:
Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck in Travemünde, 2004
Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg, Neubau, 2002
Possehl-Stiftung Lübeck; Sparkassen-u. Giroverband Schleswig-Holstein
Kontakt
Renate U. Schürmeyer
Jeese 13
23936 Bernstorf
renateschuermeyer@gmx.de
www.renate-schuermeyer.de


































